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„Leben Im Dazwischen Oder Eine Junge Erwachsene / Ein Junger Erwachsener Sein“

„Leben im Dazwischen oder eine Junge Erwachsene / ein Junger Erwachsener sein“

wustmans„Junge Erwachsene befinden sich in der Rush-Hour des Lebens. Sie sind gleichzeitig vor Herausforderungen gestellt, die ihre Eltern oft noch nacheinander bewältigen konnten: sich beruflich zu etablieren, einen Partner, eine Partnerin fürs Leben zu finden, eine Familie zu gründen, als Single zu leben oder sich für einen geistlichen Beruf zu entscheiden.“ Mit diesem einleitenden Text folgten 25 Teilnehmer der Einladung der „Fachstelle Junge Erwachsene im Bistum Augsburg“ am 19. November ins Provinzialat der Pallottiner. Der bunte Kreis aus verschiedensten Fachbereichen der Diözese bis hin zu einigen jungen Erwachsenen stimmte darin überein, dass mit Frau Prof. Dr. Hildegard Wustmans (Kath. Privatuniversität Linz) eine äußerst fachkundige, kompetente und mit den Fragen des Jungen-Erwachsenen-Seins vertraute Expertin nach Friedberg gekommen war.

Prof. Wustmans beeindruckte vor allem durch ihre Glaubwürdigkeit und ihre persönliche Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen selbst. So stellte sie fest: „Im Jungen-Erwachsenenalter erfolgt oftmals eine Ablösung von Kirche und Religion. Einladungen auszusprechen reicht nicht mehr aus. Wer in diesem Modus arbeitet, erwartet, dass sich Menschen zu Orten aufmachen, wo die Kirche ist und sie in Kontakt mit dem Evangelium bringt. Sie sollen dorthin kommen wo auf sie gewartet wird. Wer aber auf junge Erwachsene wartet, die eingeladen sind, bleibt meistens alleine oder im besten Fall dann doch unter sich.“

Aber welche Kapitalien haben wir als Katholische Kirche für das Alter von 18-35 Jahren anzubieten?

Ein Habituswechsel tut Not! Es geht darum, sich auszusetzen und als Gast zu den jungen Erwachsenen zu kommen. Denn sie sollen und möchten an ihren Lebensorten aufgesucht werden. Man sollte nicht mehr nur Anbietender sein, sondern jungen Menschen in einer Haltung des Berührbar-Seins, des Nahbar-Seins begegnen, ohne zu wissen, wie die Begegnung ausgeht und ob sie gelingt. Es kann eine Herausforderung werden, dort zu bleiben und ausharren. Aber oftmals gibt es Überraschendes zu entdecken oder es werden reiche Erfahrungen geschenkt. Wenn Begegnung aber gelingen soll, ist es notwendig, sich für den anderen zu interessieren.

Werden Räume angeboten, so müssen dies offene Räume sein. Dabei ist das Zuhören zunächst oberstes Gebot. Wer Junge Erwachsene aufsucht, wechselt in den Habitus der „anderen Orte“. Dann wird die Welt der Jungen Erwachsenen „der kirchliche Ort“.

Prof. Wustmans warb sehr darum, an einem positiven Verhältnis zu den jungen Menschen zu arbeiten: „Wer über ihre Lebenswelten und Lebensstile befremdlich den Kopf schüttelt, wird keinen Draht zu ihnen finden“. Junge Erwachsene wählen aus, wollen ausprobieren, etwas schaffen. Kirchliche Angebote sind zunächst nur eine mögliche Option unter vielen. Deshalb wäre eine hilfreiche Idee, generell die Rolle eines „theologischen Coaches“ einzunehmen.

Prof. Wustmans empfahl allen, in den Begegnungen das Bild des „Briefes Christi“ in sich zu tragen: „Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, …geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes“, (vgl. 2 Kor 3, 1-3).

Ein Bericht von
Wolfgang Wirtensohn,
Leiter Fachstelle

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